Quartettverein Bocholt e.V.

+ Bilderansicht vergrößern
Direkt zum Seiteninhalt
  Selektion aus der Rubrik  " Berichte / Videos / Galerien "
Berichte  Quartettverein Bocholt  verabschiedet Otto Groll nach 54 erfolgreichen Dienstjahren
Quartettverein Bocholt verabschiedet langjährigen Chorleiter            
Festbankett zum 100-jährigen Bestehen: Otto Groll leitete 54 Jahre den Chor
 
BBV Bericht vom 22.10.2021
Bericht von: Patrick Moebs












Recht im Bild zu sehen:
Jaap Maats (links), Vorsitzender des Quartettvereins Bocholt,
mit Heidi und Otto Groll
Bocholt - Der Quartettverein Bocholt hat seinen langjährigen Chorleiter  Otto Groll bei einem Festbankett zum 100-jährigen Bestehen  verabschiedet. Groll leitete 54 Jahre den Chor.

Der erste Vorsitzende Jaap Maats begrüßte im Restaurant „Filetgran“  alle Ehrengäste, Sängerfrauen und Sänger. Er bedankte sich auch bei Otto  Groll für 54 Jahre Chorleitung, die nun leider zu Ende gingen, aber man wolle natürlich weiterhin in freundschaftlichem Kontakt bleiben.
           
Inzwischen war auch die Spendensumme, die das Benefizkonzert zugunsten der Omega-Stiftung Bocholt erbracht hatte, bekannt. Der zweite Vorsitzende Klemens Rademacher konnte die stolze Summe von 1385,00 Euro bekannt geben. Der Verein wird diesen Betrag auf 1500 Euro aufrunden.
           
Als gestandener Sänger, der über 60 Jahre dem  Quartettverein angehört, gibt es mit Helmut Reygers einen exzellenten Chorkenner der einen anschaulichen Rückblick auf die 100-jährige Vereinsgeschichte gab. Er wies darauf hin, dass dies alles auch in der jetzt erschienenen Festschrift „100 Jahre Quartettverein Bocholt“ nachzulesen sei.
           
Sodann richtete die stellvertretene Bürgermeisterin  Gudrun Koppers im Namen der Stadt Bocholt Glückwünsche an den Quartettverein aus. Sie betonte, dass der Chor im Kulturleben der Stadt eine sehr wichtige Rolle spielt und dass trotz aller Probleme die Stimmen der Quartettverein-Männer wie in den vergangenen 100 Jahren stets weiterklingen mögen.
           
Weitere Grußworte sprachen Angelika Herstel, die  Vorsitzenden der befreundeten Chöre aus Heiden, Dülmen und Bocholt, sowie der Vorsitzende des Chorverbandes Westmünsterland Friedhelm Eberz. Alle wünschten dem Chor viel Glück und Erfolg für die Zukunft. Dem scheidenden Dirigenten Otto Groll und seiner Frau Heidi wünschten sie eine gute Zeit.
           
Den Sängern war es nun ein Bedürfnis Otto Grolls wohl  bekanntestes Werk „Freude am Leben“ zu singen, zumal im Text des Liedes  eine Botschaft steckt: „. . .wer Freude verschenkt ist in Wirklichkeit  reich“. Hans Deing ließ in seiner Laudatio die 54 Jahre äußerst erfolgreicher Chorleitertätigkeit Otto Grolls noch einmal aufleben. Grolls Leitmotiv „Con Passipone“ also „Mit Leidenschaft“, so Deing, ziehe sich durch sein gesamtes musikalisches Wirken im Quartettverein. Sein Fazit: „Lieber Otto, du warst ein echter Glücksfall für unseren  Chor“. Otto Groll bedankte sich mit bewegenden Worten: „Der Abschied  fällt mir sehr schwer, aber ich bin stolz, euer Chorleiter gewesen zu sein.“ Er wünschte dem Chor- dann mit einem neuen Chorleiter- für die Zukunft alles erdenklich Gute.
          
Die Sänger bedankten sich zum Abschied mit einem auf Otto Groll persönlich abgestimmten Lied und überreichten ihm dann einen Bildband „Bocholter Motive“ mit den Unterschriften aller Sänger.
 
Hier ein paar Bilder vom Festbankett:
    ___________________________________________________________________________________________

 
Laudatio, niedergeschrieben und vorgetragen von Hans Deing am 17.10.2021
zum Abschied von Otto Groll nach 54 Jahren als Chorleiter des Quartettvereins.
  
Laudatio Otto Groll
Verehrte Anwesende, lieber Otto,
 
wenn man über Dein Wirken im Chor berichten soll, kann man sozusagen nur lobende Worte finden.
 
Es ist eine einmalige Erfolgsgeschichte über jetzt 54 Jahre. Zwar habe ich selbst nur 48 Jahre davon miterlebt, kann aber vom Erzählen „dienstälterer“ Sänger die ersten 6-7 Jahre überblicken.
Wie eben schon erwähnt wurde und allgemein bekannt ist, begann es 1967, als eine ambitionierte Chorreise nach Amerika und  Kanada anstand und der amtierende Dirigent –aus welchen Gründen auch immer- ausfiel. Da hast Du auf Bitten des damaligen Vorsitzenden Theo Ostendorf die vorläufige musikalische Leitung übernommen, den Chor in kürzester Zeit konzertfähig gemacht und ihn in Amerika mit Glanz und Gloria geleitet und vorgestellt. Ja, Du warst in Deinen jungen Jahren schon so perfekt, cool und versiert, dass es beim Konzert vor einem großen Publikum keiner gespürt hat, als dir die Noten vom Klavier fielen und ein Sänger sie Dir kopfüber wieder auf den Notenständer stellte.
Nach der Reise war klar, dass du der gewünschte und ersehnte neue Dirigent sein solltest. Ein entsprechendes Angebot hast Du dann auch –Gott sei Dank- angenommen.
Zu Deinem 25 jährigen Dirigentenjubiläum hat der damalige Vorsitzende Reinhold Rötten in der Laudatio gesagt:
 
„Otto, Du bist ein Glücksfall für den Verein.“
 
Ich erinnere mich, dass ich Dir –als ich ein paar Jahre mal Schriftführer im Verein war- in einer Glückwunschkarte zum Geburtstag geschrieben habe:
 
Otto, auf Dich trifft zu, was der heilige Augustinus mal gesagt hat, nämlich:
 
„In Dir muss brennen, was Du in einem Anderen entzünden willst.“
 
Ja, in Dir brennt die Musik und der Chorgesang und du kannst beides in Deinen vielen Sängern entzünden.
Du hast es ja oft genug selbst gesagt, dass Musik Dein Leben ist. Als dir im Jahre 2014 in Herborn –nahe Idaoberstein- die Ehre zuteil wurde, Dich in das „Steinerne Gästebuch“ der Deutschen Edelsteinstraße eintragen zu dürfen, hast Du selbst auf Deinen Ehrenstein geschrieben: con passione, und damit ausgedrückt, dass Du mit Leidenschaft für die Musik lebst. So muss man Deine Arbeit mit dem Chor, ja mit Deinen 5 Chören, bewerten.
Seit Jahren schon bin ich persönlich einer Deiner vielen Fans. Wenn ich mich hier umschaue, sehe ich auch viele Fans. Ich will nicht behaupten, dass alle Deine Fans sind, aber Otto, um 100 % zu haben, muss man bekanntlich
„Martin Schulz“ heißen … oder aber „Heidi Groll“.
 
Deine Frau ist Dein größter Fan. Sie hat Dich in all den Jahren 100 %ig, ja  200 %ig unterstützt. Das hat Deine Kreativität beflügelt. Und so hast Du neben Deiner Chorarbeit hunderte Chorwerke entweder selbst komponiert oder aber für Chöre arrangiert. Wenn im Notenblatt steht „Im Satz von Otto Groll“, dann ist das fremde Chorwerk zu einem Aufsatz geworden, also mit Einleitung, Hauptteil und Schluss. Oft hast Du Deine Kompositionen und Arrangements mit uns Chören ausprobiert, entsprechend korrigiert und dann erst im Irisverlag verlegt. Deine Werke werden schon lange in Deutschland und in aller Welt mit Begeisterung gesungen. Dass das so ist, wirst Du nebenbei sicher schon früh an Deinem Bankkonto gemerkt haben.
Übrigens, wenn man bei Google das Wort „Balkanfeuer“ eingibt, erhält man sofort den Hinweis „Balkanfeuer Otto  Groll Unter diesem Link ist ein 80 Stimmen starker japanischer Chor aufrufbar, der den 9 minütigen Zyklus „Balkanfeuer“ von Otto Groll mit Inbrunst und Begeisterung vorträgt.
Zu Beginn Deines Wirkens, Otto, hast Du immer mehr auch rhythmische Chormusik favorisiert. Das war offensichtlich den führenden Leuten im Chorverband gar nicht so recht. Aber bereits 1970 wurdest Du vom Verband Deutscher Chorverbände zum Chorleiter ADC ernannt. Im Jahre 1988 dann verlieh Dir der Fachverband Deutscher Berufschorleiter den Titel:
 
Chordirektor FDB“
 
Eine solche Auszeichnung erfordert in der Regel eine Ausbildung an einer Musikhochschule und eine herausragende Konzerttätigkeit. Und im gleichen Jahr erhieltst Du das Bundesverdienstkreuz. Viele haben eine solche Auszeichnung verdient, viele jedoch auch nicht. Du aber hast mit Deiner Musik und Deinen Chören so vielen Menschen hier und auf vielen Reisen in aller Welt unsagbar viel Freude bereitet, so dass Du Dich wirklich um die Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht hast.
Lieber Otto, nun zu Deiner Chorarbeit:
 
Für mich war jede Probe in den 48 Jahren ein Ereignis, ein Erlebnis, eine Erbauung, Freude, Wohltat und Genugtuung. Meine Empfindungen werden sicher von fast allen Sängern geteilt. Jede Probe wurde immer abwechslungsreich gestaltet. Selbst wenn zu Meisterchorzeiten ein kompliziertes Stück mal über den ganzen Abend ausführlicher geprobt und geschliffen werden musste, hast Du zum Schluss noch ein melodisch harmonisches Lied zur Erbauung der Sänger aufgelegt, und wie sagt man? Dann war die Wiese wieder grün!
Doch schnelle Auffassungsgabe hast Du schon erwartet. Du warst immer ein nach- und umsichtiger Einstudierer mit hoher Sach- und Fachkompetenz und hast den Chor zu einem homogenen Klangkörper geformt und ihn zu Höchstleistungen befähigt. Immerhin hat der Chor von den 10 errungenen Meistertiteln 7 durch Deine intensiven Vorbereitungen erworben.
Und wenn wir singen, hört man wirklich einen Chor und nicht 35/40 einzelne Sänger.
 
Dein Chorcredo lautet:
 
  1. gemeinsam präzise einsetzen
  2. Vokale hell färben
  3. geschlossen, homogen singen
  4. klare Aussprache und die Endkonsonanten deutlich aussprechen
  5. (bei getragenen Stücken) Silben und Vokale aussingen und nicht gebrochen darbieten, dabei möglichst einen langen Atembogen spannen.
  6. Atempausen möglichst unhörbar machen und schon gar nicht vor dem letzten Akkord noch mal Luft holen.
  7. präzise aufeinander hören und sich so klanglich und lautstärkemäßig abstimmen.
  8. vor allem dem Lied die vorgeschriebene Dynamik geben             
     
Den Erfolg Deiner Arbeit, Otto, möchte ich hier gerne in zwei aus unseren Konzerten aufgezeichneten Liedern beispielhaft vorspielen. Hier kann man den Chor unter den genannten Bedingungen hören.
Zunächst ein getragenes Stück „Wo in der Stille Liebe wächst“ …
und jetzt etwas Spritziges mit dem Titel „Ilsebill“…
Ich hoffe, dass Sie alle meine Aussage bestätigt gefunden haben.
Mit unserer Mannschaft, Otto, hast Du unzählige Auftritte gehabt.
 
Hier die Beispiele:In jedem Jahr ein Herbst- oder Hauptkonzert.
 
Oft mussten wir die Konzerte 3 mal ansetzen, damit die große Nachfrage befriedigt werden konnte. Dabei hast Du die Programme meisterlich und abwechslungsreich gestaltet, das Publikum sozusagen im Laufe des Abends zum Höhepunkt geführt, hast namhafte und international bekannte Solistinnen und Solisten verpflichtet und nicht zuletzt auch besonders gesangbegabte Sänger aus den eigenen Reihen mit großem Erfolg eingesetzt –oft sogar in Duetten mit den Profis. Musikalisch begleitet haben uns dabei oft auch eigene Sänger, sei es mit Piano, Gitarre, Akkordeon oder Mundharmonika. Dazu hast Du eine Rhythmusgruppe ganz erfolgreich mit ins Boot geholt. Profibegleitung gab es natürlich auch, anfangs jahrelang durch eine junge, begabte Pianistin und danach nacheinander über Jahre durch 2 hervorragend ausgezeichnete Pianisten.
 
Das Publikum hat es Dir und uns allen sehr häufig „standing ovation“ gedankt, nachdem es sich meistens 4 Zugaben erklatscht hatte.
Otto, du weißt selbst; wir kennen durch Dich nur Erfolg, es gab nicht eine einzige Pleite.
In den Konzerten hast Du dem Publikum Musik quer durch die gesamte Chorliteratur dargeboten, von Klassik über Volksmusik, Kirchenmusik, Gospel bis hin zu Rock und Pop. Dabei kamen auch oft Deine Kompositionen und die von Dir so wundervoll arrangierten Chorwerke zur Aufführung.
Nicht nur diese Konzerte musstest Du vorbereiten sondern auch die, die der Verein bei seinen vielen Auslandsreisen in aller Welt gegeben hat.
Dann konnten unter Deiner Regie, wie eben schon erwähnt, 7 Meistertitel errungen werden.
Im Laufe der Jahre wurden mehrere varieteartige Frühlingsfeste vor Publikum aufgeführt, bei denen Du natürlich den musikalischen Part zu bewältigen hattest.
Zudem kamen im Laufe des Jahres viele andere Ereignisse vor, bei denen der Chor mit Ständchen oder mit einem Kurzprogramm gefragt war.
Nicht zu vergessen sind hier auch die Vorbereitungen und die Durchführung von 3 Schallplattenaufnahmen und 3 CD- Einspielungen und für Auftritte in Rundfunk und Fernsehen.
1975 hast Du aus Deinen damals 4 Chören (Bocholt, Buldern, Heiden und Dülmen) die „Chorgemeinschaft Groll“ gegründet und mit den über 200 Sängern große Konzerte u.a. in der Halle Münsterland und in der Philharmonie Essen mit weltbekannten Solisten wie: Ivan Rebroff, Rene Kollo oder Hermann Prey gegeben.
Alles in allem, Otto, hast Du Schwerstarbeit geleistet und das jahrzehntelang neben Deiner hauptberuflichen Tätigkeit als Oberstudienrat am Dülmener Gymnasium. Aber, wenn man etwas gerne und mit Leidenschaft tut, ist es eigentlich keine Arbeit, sondern Vergnügen.
Deine Leidenschaft ist auch deshalb glaubwürdig, weil Du neben uns noch 4 weitere Chöre geleitet hast und dass Du in all den Jahren kaum mal durch Krankheit oder sonstige Gründe gefehlt hast. Selbst als Du letztens wochenlang den rechten Arm krankheitsbedingt nicht einsetzen konntest, warst Du an Bord. Proben fielen höchstens mal während des Urlaubs aus oder wenn im Winter mal Glatteis war. Jeder Arbeitgeber würde sich einen so beflissenen Arbeitnehmer wünschen. Dabei musstest Du zu jeder Probe und sonstigem Ereignis von Dülmen nach Bocholt und zurück ca. 90-100 km zurücklegen. Ich habe mal überschlagen, wie viele km da zusammengekommen sind. Es sind allein zu den Proben ca. 250 000 km oder mehr als 6 Erdumrundungen.
 
Lieber Otto,

Du hast Dich von Anfang an mit allen Sängern und auch Sängerfrauen auf Augenhöhe und im vertraulichen „Du“ bewegt, hast jedem Sänger das Gefühl gegeben, dass er gleich wichtig ist und ihm Anerkennung spüren lassen. Du hast Dich praktisch als „Primus interpares“ = als „Erster unter Gleichen“ verstanden. Es galt zwar Deine Devise: „Ihr bestimmt wann gesungen wird, und ich bestimme, was gesungen wird.
 
Durch Deine großen musikalischen, pädagogischen und diplomatischen Fähigkeiten und Deine souveräne Art, uns chorisch zu führen, haben wir Dir alle jederzeit hohen Respekt entgegengebracht, ja, wir haben Dich verehrt und tun es bis heute und darüber hinaus. Du bist uns allen sehr schnell ein bester Freund geworden, der sich Autorität nicht durch irgendwelche Eitelkeiten verschaffen musste, sondern sie durch sachlich fachliche Überzeugung einfach von selbst in sich trug und trägt.
Ich will nicht behaupten, dass es in den ganzen Jahren bei den vielen Meinungen und Ansichten im Verein in Einzelfällen nicht mal zu differenzierten Sichtweisen gekommen ist, aber zu mindestens 98 % hat die sogenannte „Chemie“ immer gestimmt. Und das will schon was heißen! Sonst wäre es ja auch nicht so eine Super-Erfolgsgeschichte geworden.
Ich habe möglicher Weise hier viel Wichtiges gar nicht erwähnt. Aber, was sagte ich anfangs zu 100 %? Na, sie wissen schon!
 
Lieber Otto, ich muss hier wiederholen:
„Du bist –und leider muss man schmerzlich heute ja sagen- Du warst ein Glücksfall für den Verein.“
 
Wir sind im wahrsten Sinne des Wortes unsagbar dankbar. Man müsste alle Worte und Attribute des Dankens in der Superlativform aussprechen. Aber oft ist weniger ja mehr, und deshalb sage ich Dir und auch Deiner Heidi im Namen des gesamten Vorstandes, aller Sänger und Sängerfrauen und auch unserer passiven Mitglieder ein schlichtes
 
Dankeschön
 
für Dein und Euer gesamtes Wirken und für die entstandenen engen Freundschaften und wünschen Euch für die Zukunft weiterhin Gesundheit und Lebensfreude.
Otto, Du wirst als genialer Chorleiter in das Geschichtsbuch des Vereins eingehen und uns allen unvergessen bleiben. Da Du seit Jahrzehnten schon unser Ehrenmitglied bist, wirst Du uns von daher schon verbunden bleiben.
Gäbe es in der Musik und im Chorgesang auch einen Orden „pour le merite“, und wir hätten die Befugnis, ihn zu vergeben, Du würdest ihn von uns erhalten. So hat der Vorstand sich etwas anders Ehrendes einfallen lassen, das der Vorsitzende Jaap Maats, Dir Otto, nun überreichen wird. Und wir werden Dir dazu das Ständchenlied singen, mit dem Du 1967 bei allen Auftritten in Amerika für große Begeisterung gesorgt hast. Es soll also Dein erstes und letztes Lied sein. Es hat sogar einen Bezug zu Deiner Verabschiedung mit dem Titel
 
„Morgen muss ich wandern, heut` noch bin ich hier“
 
Besser noch bekannt unter „Tschumdera“.
Dazu möge sich der Chor nach der Ehrenübergabe bitte aufstellen.
Verehrte Anwesende, ich freue und bedanke mich, dass Sie mir gedanklich so gut gefolgt sind und mir so aufmerksam zugehört haben.
 
Herzlichen Dank
    ___________________________________________________________________________________________

 
Erinnerungen, niedergeschrieben und vorgetragen von Helmut Reygers
 
am 17.10.2021
 
zum Abschied von Otto Groll nach 54 Jahren als Chorleiter des Quartettvereins.

Rückblick
Sehr verehrte Gäste,
 
ich bin seit 1957 im Quartettverein und gehöre damit - genau wie Karl Tenbensel – zu den zeitlich längsten aktiven Sängern im Chor. Ich möchte Ihnen jetzt die Musikgeschichte des Quartettvereins etwas näherbringen. Keine Sorge, ich werde Sie nicht mit Jahreszahlen überhäufen. Sie brauchen auch nicht mitschneiden. Sie können alles ganz in Ruhe in der Sonderbeilage nachlesen.

Lassen Sie uns starten!
 
Vor 100 Jahren – um genau zu sein, am 31. August 1921, trafen sich acht Bocholter Herren in der Gaststätte Matschke und gründeten das „Doppelquartett Loreley Bocholt“. Sie probten und probten für ihren ersten öffentlichen Auftritt. 1922 war es dann so weit und sie wurden jubelnd gefeiert. Mit drei Gründern, Franz Rave, Franz Tenbrock und Heinrich Wiening haben Karl Tenbensel und ich noch einige Jahre gesungen.
 
Der Chorname unterlag danach zwei Namensänderungen. Zunächst wurde er in „Doppelquartett Bocholt“ geändert. Es kamen immer mehr Sänger hinzu, sodass der Chor später in „Quartettverein Bocholt“ umbenannt wurde. Sieben Jahre nach der Gründung wurde der Chor ins Vereinsregister eingetragen. Seit 1928 tragen wir voller Stolz den Namen „Quartettverein Bocholt e. V.“.
 
Der Chor wuchs in den Folgejahren auf 25 aktive Sänger an. 1929 fand dann das Konzert mit dem namhaften Künstler Wilhelm Strienz statt. Mit seiner wunderbaren Bassstimme begeisterte er das Publikum. Mit großem Erfolg wurde die Reihe der jährlichen Konzerte fortgesetzt bis zum Beginn des “Zweiten Weltkriegs“. In den Kriegsjahren stagnierte die musikalische Entwicklung des Quartettvereins. Mit der totalen Zerstörung der Stadt Bocholt am 22. März 1945 wurde das Notenmaterial des Vereins komplett vernichtet.
 
Das erste Nachkriegskonzert fand zwei Jahre nach dem Krieg unter dem Dirigenten Theo Koppers statt. Der bekannte Bassist Prof. Ewald Kaldeweier wurde verpflichtet. Kaldeweier wurde von unserem Sänger und Pianisten Quoos begleitet.
 
1956 fand ein Konzert mit dem bekannten Tenor Rudolf Schock statt. Die Karten für dieses Konzert waren in wenigen Stunden vergriffen, obwohl der Eintrittspreis von 6,00 DM auf 30,00 DM erhöht werden musste, um es zu finanzieren. Karl Tenbensel und ich waren von diesem Konzert so begeistert, dass wir uns entschlossen, dem Quartettverein beizutreten. Unser Dirigent war damals Theo Koppers. Ich erinnere mich noch genau, wie er 1 1/2 Jahre lang mit dem Fahrrad bei „Wind und Wetter“ von Rees nach Bocholt fuhr und nachts wieder zurückradelte.
 
In unserer Vereinsgeschichte hat Herbert Quoos einige unserer großartigen Solisten am Klavier
 
begleitet. Nur um drei der Solisten zu nennen: Unseren begeisternden Schubert-Sänger Albert van Ykelen, Ernst Geuting, der eine Qualität für die Opernbühne hatte und Heinrich Tenhiersen, der sein Hobby auch zum Beruf hätte machen können.
 
Herbert Quoos ging 1966 in den Ruhestand und wurde passives Chormitglied. Werner Holtkamp übernahm die Konzertbegleitung. Nach einiger Zeit übernahm seine Tochter Stefanie Holtkamp mit ihren 23 Jahren die Aufgabe ihres Vaters. So begleitete sie die Solisten und den Chor bei acht großen Konzerten während unserer dreiwöchigen Konzertreise in Brasilien.
 
Neben dieser Reise fanden noch weitere Konzertreisen in Ländern wie Kanada, Monaco, Südafrika, Nigeria und zweimal im Westen der USA (Kalifornien mit Abstechern nach Arizona und Nevada) statt. Diese Reisen waren ja nicht nur Konzertreisen, sondern auch unvergleichlich erlebnisreiche „Traumreisen“, die wir zusammen mit unseren Frauen erleben durften.
 
Die erste Konzertreise fand 1967 an die Ostküste der USA statt. Der bis dahin amtierende Chorleiter Martin Klöcker sagte die Reise aus privaten Gründen kurzfristig ab. Otto Groll, der eigentlich nur die Solisten und den Chor auf dem Klavier begleiten sollte, übernahm daraufhin die Leitung des Chores und Werner Holtkamp an dessen Stelle die Klavierbegleitung. Nach dieser Reise wurde Otto Groll gefragt, ob er sich vorstellen könnte, den Quartettverein zu übernehmen. Er sagte sofort zu. Für den Quartettverein war diese Zusage ein absoluter Glücksfall, denn unter seiner Leitung ging die Erfolgskurve steil nach oben.
 
Die Konzerte des Quartettvereins wurden von vielen tollen Solisten und Chören begleitet. Besonders nennenswert sind die bekannte Sopranistin Edith Pilz vom Stadttheater Duisburg, der weltbekannte „Sixtinische Chor“ aus Rom, der lyrische Tenor Prof. Walter Ludwig, der weltbekannte Bass-Bariton Kenneth Spencer, aber auch der Kammersänger und langjähriger Solist der Bayreuther Festspiele von der Staatsoper München, Fritz Uhl.
 
Wir sind besonders stolz darauf, dass unser Chor immer in der Lage war, mit eigenen Solisten und Instrumentalisten wie Herbert Quoos und Werner Holtkamp am Klavier, Hans Deing am Akkordeon und Josef Böing mit seiner Mundharmonika anspruchsvolle Konzerte zu liefern.
 
Manche von uns waren und sind so talentiert, dass sie richtig groß rausgekommen sind. Unser Sänger Martin Finke stach unter allen heraus. Nach einem Vorsingen bei der Folkwang- Musikhochschule in Essen wurde ihm eine Ausbildung zum Opernsänger angeboten. Er nahm das Angebot gerne an und sang über 25 Jahre am Opernhaus Köln. Danach setzte er seine Opernkarriere als Sänger an verschiedenen Stellen fort.
 
Der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte war und ist die Erringung des Titels „Meisterchor NRW“ und das zehnmal in Folge; zweimal unter dem Dirigenten Theo Koppers, einmal unter Martin Klöcker und sage und schreibe siebenmal mit dem heutigen Dirigenten Otto Groll.
 
Ich bin sehr dankbar, im Quartettverein mitsingen zu dürfen - die vielen Konzerte, die vielen Menschen und die vielen Reisen haben mein Leben geprägt.
 
Liebe Gäste, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen schönen, unterhaltsamen Abend.
 
    ___________________________________________________________________________________________

 
BBV Bericht vom 19.10.2021

Bericht wurde verfasst vom:
Gudrun Schröck
 
Bocholt - Mit vielen Auszeichnungen geehrt und um die ganze Welt gereist ist der Bocholter Quartettverein ein Chor, der höchsten Ansprüchen genügt. Mit ihren Konzerten, die sie gemeinsam mit namhaften Künstlern gaben, boten die Sänger immer wieder niveauvolle Chormusik. Jetzt gab der Männerchor mit über 40 Sängern ein festliches Jubiläumskonzert zu seinem 100-jährigen Bestehen.
 
 
Rechts im Bild zu sehen:
Der Quartettverein mit seinem Dirigenten Otto Groll wie sie die Zuhörer beim Jubiläumskonzert begeistern.
Gleichzeitig verabschiedete er seinen Chorleiter und Dirigenten Otto Groll nach 54 Jahren in den Ruhestand.
          
Der zehnmal in Folge als Meisterchor im Sängerbund NRW ausgezeichnete Männerchor kann ein breit gefächertes Repertoire an Chorgesang vorweisen. Von traditioneller bis hin zu zeitgenössischer  Musik, von sakralen Gesängen über Oper bis hin zur Volksmusik, die unterschiedlichsten Richtungen stehen die unterschiedlichsten Stücke auf dem Programm.
          
Das Benefizkonzert, dessen Spendenerlös für die  Hospizstiftung Omega vorgesehen ist, fand in der Liebfrauenkirche statt. Schnell war die begrenzte Anzahl von 200 Besuchern erreicht und einige Musikliebhaber fanden keinen Platz mehr. Überwiegend geistliche Musik war in der Kirche zu hören, auch Musik aus der Feder von Otto Groll wie „Herr der Herrlichkeit“, mit dessen stimmgewaltigem Auftakt das Konzert begann.
          
Der Quartettverein verfügt selbst über wertvolle Solisten wie Josef Grunden (Bariton), Winnie Biermann (Tenor) und Wolfgang Pieper ( Bariton). Als Gastsolistin konnte Anna Maats (Sopran) gewonnen werden. Andrew Lloyd Webbers „Könntest du wieder bei mir sein“ aus dem  Phantom der Oper war ein Kontrast im Programm. Mit glasklarer Stimme, unterstützt vom Chor, sang die Künstlerin die wunderbare Melodie. Winnie Biermann verwöhnte danach das Publikum mit „Panis angelicus“ von Cesar  Franck. „Oh my Lord“ und „Wo die Liebe lebt“ waren wieder Stücke von Otto Groll, die von Josef Grunden und Wolfgang Pieper als Solisten, gemeinsam mit dem Chor, hervorragend interpretiert wurden.
          
Nach dem „Hallelujah“ von Leonard Cohen und Mozarts „Laudate Dominum“ ging der festliche Konzertgenuss in der Liebfrauenkirche dem Ende entgegen. Die Kirchenorgel und ein gewaltiger Chorgesang beendeten das großartige Konzert. Jetzt durfte das Publikum endlich applaudieren und das tat es mit Begeisterung für eine hervorragende Darbietung.

Bilder von: Peter Möllmann

Festkonzert und zugleich Abschiedskonzert mit unserem Dirigenten Otto Groll in der Liebfrauenkirche in Bocholt am
17.10.21 um 15.00 Uhr
Der Eintritt ist frei aber Spenden zugunsten der Hospitzstiftung Omega werden am Ende des Konzerts gern entgegengenommen.
Dirigent Otto Groll der den Quartettverein über 54 Jahre mit Erfolg und Leidenschaft stets begleitet hat.

„Con passione!“ Ich lebe mit der Musik

Hier nur eine kleine Auswahl als Diashow...
Eines der wunderschönen Momente beim Jahreskonzert 2018 im Städtischen Bühnenhaus in Bocholt mit unserem Dirigenten
Musikdirektor FDB Otto Groll
Quartettverein Bocholt e.V.
Kolpingstr. 3-5
D- 46399 Bocholt
Jacob-Pieter Maats, 1. Vorsitzender
+49 (0) 2871 7655
Stand: 30.11.2021
© 2017 Quartettverein Bocholt e.V.
  
______________________________________________________________________________________________________________________________________________________
______________________________________________________________________________________________________________________________________________________
Zurück zum Seiteninhalt